Wenn Du bei den letzten Geschichten aufgepasst hast, weisst Du: Magellan kam nicht nach Marinduque. Marinduque? Genau: Die herzförmige Insel, die nach den Verliebten Marinja und Garduque benannt ist.

Magellans Schiffe erreichten im Jahr 1521 die philippinischen Inseln Homonhon und Limasawa, anschliessend Cebu und Mactan – wo Magellan im Kampf gegen Laou-Lapu ums Leben kam – und anschliessend noch Palawan. Marinduque kommt in den Reiseberichten der Überlebenden nicht vor. Dennoch erzählen
die Menschen auf dieser kleinen, zentral gelegenen Insel ihren Kindern eine
Geschichte über den portugiesischen Eroberer in spanischen
Diensten:

Demnach näherte sich Magellan mit seinen drei verbliebenen
Schiffen (zwei hatte er bereits in Südamerika verloren) auf seinem Weg nach Cebu tatsächlich der Insel Marinduque, die damals noch von
indigenen Völkern bewohnt wurde. Ein eingeborener Medizinmann beobachtete diese
Schiffe und fürchtete, dass die fremden Männer seinem Volk grossen Schaden zufügen könnten.
Daher fiel er auf die Knie, betete zu seinen wilden Göttern und forderte sie auf, die Schiffe von
seiner Insel fern zu halten. Tatsächlich – so heisst es – erhöhrten die wilden
Götter sein Flehen und verwandelten Magellans Schiffe in Stein. Und so liegen
sie heute noch als winzige Eilande vor Marinduque, ohne die Insel je
zu erreichen.

Die drei winzigen Inseln, die Marinduque im Westen
vorgelagert sind, wurden von anderen Spaniern, die rund 50 Jahre später doch noch nach Marinduque kamen, Gaspar,
Melchor und Baltazar genannt, insgesamt werden sie noch heute als Tres Reyes
bezeichnet – mit dem spanischen Begriff für Drei Könige also. Auch die
gegenüberliegende Siedlung auf Marinduque trägt noch ihren
spanischen Namen: Buenavista. Abgesehen von vielen Namen spielt die spanische
Sprache heute auf den Philippinen aber kaum noch eine Rolle. Nach einem Befreiungskrieg gegen die Spanier wurden die Philippinen 1902 eine amerikanische Kolonie, erst 1946 ein eigenständiger Staat.